Arbeitskodex
Für die Projektphase gelten die folgenden Haltungsgrundsätze:
| > | Wir stellen für die Jugendlichen ein Angebot zur Verfügung, das auf deren individuelle Lebenssituationen abgestimmt ist. Hierzu ist eine differenzierte Lebenswelt- und Alltagskenntnis nötig, sowie die Berücksichtigung der Möglichkeiten, Gewohnheiten, Lebensrhythmen, Ausdrucksformen und der kulturellen und ethnischen Identität der Jugendlichen. Wir erreichen dies durch kontinuierliches Aufsuchen und Anwesenheit bei den Treffpunkten der Jugendlichen. Dazu zählen auch die personelle Kontinuität, die regelmässige „Szenenpräsenz“, sowie das Akzeptieren der Gastrolle der Fachleute von MJAS. |
| > | Niederschwelligkeit Zugangsmöglichkeiten und Erreichbarkeit aller Angebote müssen den Bedürfnissen und Möglichkeiten der Jugendlichen entsprechen, so können diese ohne Vorbedingungen und Vorleistungen in Anspruch genommen werden. |
| > | Freiwilligkeit Vertrauensvolle Zusammenarbeit ist nur auf der Grundlage von Freiwilligkeit möglich. Diese Freiwilligkeit umfasst, dass der Entscheid über Kontakt und Folgen des Kontaktes den Jugendlichen selbst zugestanden wird. Dies bedeutet auch, dass unsere Mitarbeitenden nur über persönliche, keinesfalls über strukturelle Autorität akzeptiert werden. |
| > | Akzeptierende Haltung Wir können nur Zugang zu den Jugendlichen finden, wenn deren individuelle Vorstellungen, Lebensentwürfe und Strategien als gegeben akzeptiert und angenommen werden. Gerade dies ist die Voraussetzung für die Zusammenarbeit mit ansonsten stigmatisierten und ausgegrenzten Personen. Die akzeptierende Haltung bezieht konfrontative Arbeit mit den Ziel ein, mit dem Ziel das eigenverantwortliche Handeln der Jugendlichen zu stärken. |
| > | Wertschätzung Wir begegnen den Jugendlichen in einer wertschätzenden Haltung. Unser grundlegendes Menschenbild ist, dass jeder Mensch unabhängig seiner Herkunft, seiner ethnischen Zugehörigkeit und seiner Verhaltensweisen wertvoll für unsere Gesellschaft ist. Unsere Arbeit bestärkt die Jugendlichen in ihrem Selbstwert und betont ihre Ressourcen. |
| > | Parteilichkeit Unsere Arbeit erfolgt im Interesse der Jugendlichen. Grundsätzlich vertreten wir sie in ihren Anliegen und sind kompetent für ihre Probleme. Konflikte und Probleme, welche Jugendliche verursachen, gehen wir mit allen Betroffenen gemeinsam an und vermitteln in der Lösungsfindung. Dabei konfrontieren wir sowohl Erwachsene als auch Jugendliche mit ihren Verhaltensweisen. |
| > | Verschwiegenheit und Anonymität Im Umgang mit Informationen von Jugendlichen gilt das Prinzip der Verschwiegenheit gegenüber Dritten. Persönliche Daten werden grundsätzlich nicht erhoben und weitergegeben - nur in Ausnahmefällen mit Einwilligung der Jugendlichen oder bei Fremd- und Selbstgefährdung. Auf Wunsch können die Jugendlichen in der Beratung anonym bleiben. Eine Ausnahme bilden hier Offizialdelikte sowie Selbst- und Fremdgefährdung. |
| > | Geschlechterbewusste Arbeit Wir berücksichtigen das unterschiedliche Rollenverhalten von Mädchen und Jungen, Frauen und Männern und die daraus resultierenden unterschiedlichen Kommunikations- und Umgangsformen. Diese Haltung soll dazu beitragen geschlechterspezifische Benachteiligungen abzubauen. Wir setzen uns für die Gleichstellung der Geschlechter ein und organisieren sowohl geschlechterspezifische als auch koedukative Angebote. |
| > | Transparenz Offenheit und Ehrlichkeit sind im vertrauensvollen Umgang mit den Jugendlichen unverzichtbar. Unsere Verfahrensweisen werden offengelegt und die Möglichkeiten der Angebote realistisch dargestellt. |
| > | Fachlichkeit der Mitarbeitenden Unsere Mitarbeitenden sind fachlich gut ausgebildet, teamfähig und verfügen über ein hohes Mass an Sozialkompetenzen und Reflexionsvermögen. Sie arbeiten gemäss unserem Arbeitskodex und setzen sich dementsprechend jährlich persönliche Ziele. |
| > | Wirtschaftlichkeit Unsere Ressourcen werden wirtschaftlich eingesetzt und werden dementsprechend ausgewiesen und überprüft. |
| > | Interkulturelle Arbeit Wir tragen den verschiedenen Interessen und Prägungen der Kulturen Rechnung. Ziel ist eine Integration des friedlichen Neben- und Miteinanders. |
| > | Generationenübergreifend Wann immer es zu einer Lösung eines Konfliktes nötig ist, beziehen wir die jüngeren und älteren betroffen Personen in den Prozess mit ein. |
Die einzelnen Punkte des Kodex sind unverzichtbar, sie bedingen sich gegenseitig und prägen alle Angebote von MJAS.
